Forschen - betreuen - beraten

Die Aufgaben des Instituts

Die Aufgabenstellung ist dem Sigmund-Freud-Institut durch seine Verfassung vorgegeben: Sie stellt dem Institut die Aufgabe, die unbewussten Determinanten psychischer Gesundheit und kreativer Entfaltung sowie von Beziehungs- und Arbeitsfähigkeit im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen zu erforschen und die theoretischen und methodischen Grundlagen der Psychoanalyse zu untersuchen.
 

Innovative Forschungsprojekte

Das SFI versucht in seinen ­interdisziplinären For­schungs­projekten Klinische Psycho­ana­lyse, Grundlagenforschung und Sozialpsychologie zu verbinden.

Kennzeichnend ist dabei die Kombination von qualitativen und quantitativen Forschungs­methoden bei komplexen Fragestellungen wie etwa der weltweiten Zunahme klinisch relevanter Depressionen, der Traum- und Gedächtnisforschung im Dialog mit den Neurowissenschaften, den Folgen von Extremtraumatisierungen in und nach Man-made-Disasters, der Quali­täts­sicherung psychoana­lytischer Behandlungen sowie im Bereich der psychodynamischen ­Organisationsberatung.

Wesentliche Aufgabe ist es dabei, die Forschungsergebnisse für aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Problemstellungen anwendbar zu machen sowie therapeutische und präventive Handlungsoptionen vorzuschlagen.
 

Interdisziplinär und ­sozial engagiert

Mit unserer Arbeit folgen wir einer Forschungstradi­tion, die viele Aspekte der modernen Gesellschaft miteinbezieht. Das SFI beteiligt sich am wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs über Themen wie Antisemitismus, Rechtsradikalismus und Fremdenhass, Gewalt an Schulen und Medikalisierung sozialer Probleme. Wir führen interdisziplinäre empirische Studien durch, deren Ergebnisse in den Dialog zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften einfließen.

Ein Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung und Qualitäts­sicherung der psychoanaly­tischen Therapie: Wir sind heute ein führendes Zentrum auf diesem Gebiet. Psycho­analytische Grundlagenforschung verbinden wir mit praktischer Anwendung und führen Vergleichsstudien mit anderen therapeutischen Richtungen durch.

Der wesentliche Teil der Forschungsaktivitäten wird bestimmt durch das aktuelle, zunächst auf fünf Jahre terminierte Forschungsprogramm „Externalisierung von Unbewusstheit in der Moderne“. Mehr über die einzelnen Forschungsprojekte erfahren Sie im Kapitel -> Forschung.
 

Nachwuchsförderung ­groß geschrieben

Die Umsetzung des aktuellen Erkenntnisstands in die Lehre und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat bei uns Tradition. In den vergangenen Jahren wirkte eine große Zahl von Nachwuchswissenschaftlern an unseren Forschungsprojekten mit. Am SFI werden eine Reihe von Promovenden, Habilitanden und Diplomanden betreut – ein Beitrag dieser Institution zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
 

Helfen und beraten

Die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung ist uns ein wichtiges Anliegen. In unserer -> Ambulanz betreuen wir jährlich rund 600 Patienten. Sie erhalten qualifizierte Beratungsgespräche, Diagnosen und Indikationsstellungen sowie eine Weitervermittlung an mit uns kooperierende niedergelassene Therapeuten.

-> Supervision und Organisationsentwicklung sind ein wichtiger Bestandteil der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit des Instituts. Wenn wir Störungen in den Arbeitsabläufen von Gruppen und Teams in Organisationen psychoanalytisch verstehen, heißt das, sie – den individuellen Symptomen vergleichbar – als Resultat unbewusster Konfliktlagen zu erkennen. Sie werden einer systematischen Reflexion zugänglich und damit veränderbar. Auf diese Weise kann die Qualität beruflichen Handelns verbessert und gesichert werden.
 

Wissen für Experten

Die wissenschaftliche Spezialbibliothek für Psychoanalyse und ihre Anwendungen dient der Forschung im Rahmen von Projekten des SFI, der universitären Lehre sowie der analytischen Aus- und Weiterbildung. Unsere -> Bibliothek steht neben den Institutsmitarbeitern auch Forschern, Studierenden, Praktizierenden und Interessierten auf dem Gebiet der Psychoanalyse zur Verfügung. Über unseren Online-Katalog OPAC können rund um die Uhr Literaturrecherchen durchgeführt werden.

Frankfurt verbunden, ­international vernetzt

Das SFI ist Frankfurt traditionell verbunden und pflegt zugleich einen regen internationalen Austausch. Besonders eng arbeiten wir mit freien Instituten in der Mainmetropole sowie mit hessischen Universitäten zusammen. Gemeinsam mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Kassel organisieren wir regelmäßig internationale -> Tagungen. Im Rhein-Main-Gebiet und ­bundesweit konnten wir ein Netzwerk zu psychoanalytischen und psychothera­peutischen Behandlungen ­aufbauen. International ­kooperiert das SFI mit führenden Forschungseinrichtungen, darunter das ­Anna Freud Centre und die Tavistock Clinic in London sowie die Hebrew Univer­sity in Jerusalem.