Externalisierung von Unbewusstheit in der Moderne

Forschung am Sigmund-Freud-Institut

Die Forschungsaktivitäten des Sigmund-Freud-Instituts gliedern sich in fünf Forschungsfelder. Ein wesentlicher Teil der Forschungstätigkeit in diesen Feldern wird bestimmt durch das aktuelle, zunächst auf fünf Jahre terminierte Forschungsprogramm „Externalisierung von Unbewusstheit in der Moderne“.

Mit diesem Forschungsprogramm greift das SFI eine Traditionslinie auf, die über seine Gründung hinaus bis auf das „Unbehagen in der Kultur“ zurück reicht, das der Namensgeber des Instituts am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung hellsichtig formuliert hat. In diesem Programm wird der gesellschaftliche Modernisierungsprozess, der zunehmend globaler verläuft, projektspezifisch daraufhin befragt, ob und inwieweit sein Pathos eines anhaltenden Fortschrittes nicht auf einem Kurzschluss der instrumentellen Vernunft beruht, die eine Humanisierung des gesellschaftlichen Lebens auf ökonomisch-technische Errungenschaften reduziert.

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Das Archiv kürzlich abgeschlossener Forschungsprojekte finden Sie -> hier.
 

Die Forschungsfelder

  

Forschungsfeld 1

Medizinialisierung und Medikalisierung psychischer
und psychosozialer Probleme

Es besteht der Verdacht, dass beobachtete Auffälligkeiten des menschlichen Erlebens und Handelns vorschnell als „Krankheit“ begriffen werden, was es dann rechtfertigt, sie der Medizin (und deren medikamentösen Zugriff) zu überantworten …

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Forschungsfeld 2

Psychoanalyse und Psychotherapie als professionelles Handeln und soziokulturelle Ressource
Die psychoanalytische Behandlung folgt prinzipiell einem ätiologischen Modell, d.h. sie ist nicht primär auf die Behandlung eines Symptoms ausgerichtet, sondern darauf, die zugrunde liegende Ursache, die strukturelle Störung und/oder den unbewussten Konflikt, zu beseitigen. Die Annahme, dass sich die Ursachen psychischer Erkrankungen einer direkten Beobachtung entziehen, impliziert für die klinische psychoanalytische Theorie komplexe wissenschaftstheoretische Fragen …

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Forschungsfeld 3

Psychoanalyse und Neurowissenschaften: Chancen der Interdisziplinarität oder moderner Mythos
Der Gründer der Psychoanalyse hat Zeitlebens die Hoffnung gehegt, dass seine Modelle des „psychischen Apparates“ einst von den Neurowissenschaften bestätigt werden würden. Inzwischen erweisen sich die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre tatsächlich als kompatibel mit psychoanalytischen Modellvorstellungen. Insofern ist es für die moderne Psychoanalyse nahe liegend, die Kooperation mit den Neurowissenschaften zu suchen …

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Forschungsfeld 4

Trauma, Gewalt und Antisemitismus
Die psychoanalytische und interdisziplinäre Untersuchung der Folgen von gesellschaftlichen Katastrophen durch Man-Made-Disasters ist ein schon lange bestehender Forschungsschwerpunkt am SFI. Primär gilt er den transgenerativen Auswirkungen der Shoah in Opferfamilien. Inzwischen hat sich der Gegenstandsbereich der Projekte in diesem Forschungsfeld erheblich erweitert …

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Forschungsfeld 5

Ökonomisierung des Sozialen und Psychischen in Arbeit und Organisation
Wie sich die Arbeitswelt und das Leben in Organisationen auf die psychische und soziale Verfassung von Arbeitnehmern und Organisationsmitgliedern auswirken, ist ein psychoanalytisch bislang eher vernachlässigtes Thema. Ihm gebührt aber ein prominenter Rang, denn die moderne Gesellschaft ist aufgrund einer forcierten Effizienzorientierung durch einen turbulenten Wandel gekennzeichnet, den die Betroffenen nicht zuletzt als enorm veränderte Anforderungen an ihre beruflichen Kompetenzen zu spüren bekommen …

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Kontakt

Ansprechpartner für allgemeine Fragen
Axel Scharfenberg
Telefon 069 971204-120
Telefax 069 971204-4
E-Mail scharfenberg
@sigmund-freud-institut.de

Die Ansprechpartner für die einzelnen Forschungsprojekte finden Sie auf den jeweiligen Projektseiten.

Auf einen Blick

Eine Gesamtübersicht aller aktuellen Forschungsprojekte des Instituts finden Sie -> hier.

Die fünf Forschungsfelder

Forschungsfeld 1: Medizinialisierung und Medikalisierung psychischer
und psychosozialer Probleme

Forschungsfeld 2: Psychoanalyse und Psychotherapie als professionelles Handeln und soziokulturelle Ressource

Forschungsfeld 3: Psychoanalyse und Neurowissenschaften: Chancen der Interdisziplinarität oder moderner Mythos

Forschungsfeld 4: Trauma, Gewalt und Antisemitismus

Forschungsfeld 5: Ökonomisierung des Sozialen und Psychischen in Arbeit und Organisation