Forschungsfeld 1

EDIG - Ethical Dilemmas due to Genetic Diagnostics

Projekttitel: Ethical Dilemmas Due to Prenatal and Genetic Diagnostics - Interdisciplinary Assessment of Effects of Prenatal and Genetic Diagnostics on Women, their Partners, and on their Relationship in Different European Cultures

Projekttyp: EU Projekt

Akronym: EDIG
 

Kurzbeschreibung

EDIG ist ein von der EU gefördertes Projekt, dessen Fokus auf der Untersuchung der Auswirkungen von Pränatal- und Genetischer Diagnostik auf Frauen, ihre Partner und deren Beziehung liegt, wobei besonderes Augenmerk auf interindividuelle und kulturelle Unterschiede gelegt wird. An dem Projekt sind interdisziplinäre Forscherteams aus Deutschland, England, Griechenland, Israel, Italien und Schweden beteiligt.

Das Projekt soll dazu beitragen, in der breiten und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für ethische Dilemmata im Rahmen moderner Biotechnologie zu schaffen und damit die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass ungelöste gesellschaftliche Problemstellungen an einzelne Individuen wie Schwangere und ihre Partner delegiert werden. Ein weiteres Ziel der Studie ist es, zu einem sensiblen und hilfreichen Umgang mit Paaren in Konfliktsituation beizutragen und adäquate Beratungsangebote in verschiedenen Ländern und Kulturen zu entwickeln und anzubieten.

Die Studie gliedert sich in zwei Teile: In der Studie A werden Frauen nach einer Pränataldiagnostik (Fruchtwasseruntersuchung, Ultraschalluntersuchung, Chorionzottenbiopsie etc.) zu 5 verschiedenen Meßzeitpunkten mittels Fragebögen untersucht. Die Fragebögen bestehen aus einer Kombination von standardisierten Testverfahren und eigens im Rahmen der Studie entwickelten Items. Gemessen werden unter anderem soziodemographische Daten, soziale Beziehungen, Optimismus, Befindlichkeit, ethische Einstellungen, Verlauf des Prozesses der Entscheidungsfindung und Zufriedenheit mit der gesundheitlichen Versorgung. Ferner werden halbstandardisierte Interviews durchgeführt und ausgewertet.

In der Studie B werden Interviews mit Psychoanalytikern geführt, die Patientinnen/Patienten in Behandlung hatten, die Dilemmata im Rahmen von PND oder eines Schwangerschaftsabbruchs aus anderen Gründen zu bewältigen hatten. Ziel ist es, Einsichten in den Umgang mit den ethischen Dilemmata sowie in mögliche Langzeitfolgen der getroffenen Entscheidung zu gewinnen.
 

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Ansprechpartner/-innen

Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber
Sekretariat: Renate Stebahne
Telefon 069 971204-149
E-Mail leuzinger-bohleber
@sigmund-freud-institut.de

Dr. Tamara Fischmann
Telefon 069 971204-136
E-Mail dr.fischmann
@sigmund-freud-institut.de

Nicole Pfenning-Meerkötter
E-Mail pfenning
@sigmund-freud-institut.de

Cand. Dr. phil., Dipl. Soz. Katrin Luise Läzer
E-Mail laezer
@sigmund-freud-institut.de

Ausführliche Projektbeschreibung

Informationen zu Aufgabenstellung, Ziel und Methodik sowie dem Stand des Projekts finden Sie -> hier.

Publication

Marianne Leuzinger-Bohleber, Eve-Maire-Engels, John Tsiantis (eds.)  The Janus Face of Prenatal Diagnosis : A European Study Bridging Ethics, Psychoanalysis and Medicine London: Karnac Books, 2008

Eine Rezension dazu von Micheline Charpie
finden sie in -> Psychoanalytic Review 97 (2010)


see also: The Parliament Magazine, Issue 274, 29 September 2008 (pdf-file)

Ambivalenz des medizinisch-technischen Fortschritts. Eine internationale wissenschaftliche Konferenz zu Ehren von Alexander Mitscherlich
25. - 29. September 2008 in Frankfurt am Main
-> Programm