Forschung am Sigmund-Freud-Institut

Forschungsfeld 2

Psychoanalyse und Psychotherapie als professionelles Handeln und soziokulturelle Ressource


Die LAC Depressionsstudie konnte weiter erfolgreich durchgeführt werden, obschon sich gezeigt hat, dass sich chronisch Depressive  ungern einer Randomisierung (einer zufälligen Zuteilung des Therapieverfahrens) unterziehen, wenn sie vor die Wahl gestellt werden, stattdessen die Therapierichtung zu wählen. Daher wird die Studie auch ein kritisches Licht auf den „Goldstandard der evidence based medicine“ werfen.  Bis Mitte 2011 wurden  in den verschiedenen Zentren der Studie fast 380 chronisch Depressive rekrutiert - die größte Stichprobe von Langzeitpsychotehrapiepatienten, weltweit. Daher stößt die Studie auf großes Interesse, ein Grund, warum 2010 eine große internationale Tagung für Oktober 2011 geplant wurde.

Zudem ist es gelungen, weitere Drittmittel zur Finanzierung der Studie einzuwerben, sowie sich in die politischen und gesellschaftlichen Diskurse zur Zunahme von Depressionen in unserer Gesellschaft einzubringen.

Die Studie an mehreren nationalen und internationalen Tagungen zur Diskussion gestellt, u.a. am Kongress der International Psychoanalytical Association in Mexico City,  August 2011. Im Herbst 2011 werden erste Ergebnisse der Studie an einer internationalen Tagung zur Diskussion gestellt.

Judith Lebiger Vogel hat 2010 ihre Promotion zum Projekt „Developing Psychoanalytic Pracice and Therapy“ (DPPT Projekt) mit summa cum laude abgeschlossen. Die Ergebnisse ihrer Studie  sind auf großes Interesse in der psychoanalytischen Fachwelt gestoßen und haben eine breite Diskussion zur psychoanalytischen Ausbildung u.a. in der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung initiiert. – Zwei weitere Kollegen werden ihre Promotionen zu diesem Projekt 2011 abschließen.

Die Aktivitäten von M. Leuzinger-Bohleber im Bereich der Psychoanalytischen Konzeptforschung haben sich 2010/2011 vertieft. Als Vice Chair des Research Boards der International Psychoanalytical Association (IPA) und als Mitglied der Projectgroup for Clinical Observation wurden mehrere internationale Workshops organisiert. Zudem hatte sie die Ehre an der Feier zum 100-jährigen Bestehen der IPA im März 2011 in London die Research Lecture zu halten, in dem die Konzeptforschung als zentraler Teil heutiger psychoanalytischer Forschung definiert wurde. Auch an den 100-Jahr Feiern der IPA in Peking im Oktober 2010 war sie mit einem Hauptvortrag beteiligt Am Beispiel der LAC Depressionsstudie wurde das Zusammenwirken von klinischer und extraklinischer Forschung in der Psychoanalyse erörtert.

Adelheid Staufenberg schloss 2010 erfolgreiche Promotion zum Projekt „Ergebnisse psychoanalytischer Behandlungen von Kindern mit hyperaktiven Störungen“ (nach ICD 10) ab. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden in die heißen Kontroversen um eine adäquate Behandlung von sogenannten ADHS Kindern produktiv eingebracht.

Die  Vergleichsstudie zu Ergebnissen von psychoanalytischen und verhaltenstherapeutisch/medikamentösen Behandlungen von hyperaktiven Kindern ist 2010 erfolgreich weitergeführt worden. Katrin Luise Laezer wird vermutlich 2011 ihre Habilitation basierend auf den Ergebnissen dieser Studie abschließen. Auch diese Studie wird in der Fachwelt sehr beachtet und häufig in den Medien diskutiert.