Langzeittherapie bei chronischen Depressionen (LAC)

Ausführliche Projektbeschreibung

 

 

Ausgangslage und Aufgabenstellung

Die Depression gehört heute zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation wird die Depression in zehn Jahren  die zweithäufigste Volkskrankheit sein. In Deutschland sind 2,8 Millionen Männer und 3,0 Millionen Frauen betroffen, das sind fast zehn Prozent der Bevölkerung. Viele von ihnen leben oft jahrelang mit Depressionen, bevor diese als solche erkannt und entsprechend behandelt werden. Schweres seelisches Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie große (nicht abschätzbare) Kosten für die Gesellschaft (z.B. durch Arbeitsunfähigkeit) sind die Folgen. Die Depression ist somit nicht nur individuelles Schicksal, sondern zugleich auch ein Problem von Familie und Gesellschaft.
 

Ziel

Die Forderung des Wissenschaftlichen Beirats:
Wissenschaftstheoretische und methodische Untersuchungen belegen keine generelle Überlegenheit randomisierter Studien gegenüber naturalistischen (vgl. u.a. Leichsenring und Rüger 2004; Bruns und Leuzinger-Bohleber 2004; Leuzinger-Bohleber, Rüger, Stuhr und Beutel 2003). Trotzdem scheint sich im Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie die Auffassung durchzusetzen, dass vorrangig randomisierte Studien „objektive“ Aussagen zur Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen ermöglichen.
Um diesen Anforderungen zu entsprechen, führen wir eine randomisierte Studie zur Wirksamkeit psychoanalytischer Langzeitbehandlungen verglichen mit kognitiven Verhaltenstherapien durch. Gleichzeitig werden wir untersuchen, inwieweit die Ergebnisse der Behandlungen randomisierter Studienpatienten vergleichbar gegenüber denen ausfallen, die sich aktiv für eine der Behandlungsformen entscheiden. Daher lautet der offizielle Titel unseres Antrags: „Wenn chronisch Depressive ihre Therapie wählen … Psychoanalytische und kognitiv-verhaltenstherapeutische Langzeittherapien bei chronischer Depression: Kurz- und Langzeitwirkungen präferierter bzw. randomisierter Therapien (LAC)“.

Eine weitere Anforderung des Wissenschaftlichen Beirates ist die Untersuchung von diagnosespezifischen Behandlungen. Entsprechend  zentrieren wir uns in unserer Studie auf die breite Diagnosegruppe „Major Depression“ und Dysthymie, beabsichtigen aber darüber hinaus die Darstellung der verschiedenen Patientengruppen (Patientenschicksale), die sich unter dieser scheinbar homogenen Diagnosegruppe subsumieren.
  

Vorgehen, Methoden

  

 

Stand des Projekts

Am 1.6.2007 wurde mit der Rekrutierung begonnen und bis Ende 2011 fortgesetzt. Bisher wurden annähernd 400 chronisch depressive Patienten in die Studie eingeschlossen. Die Rekrutierung erfolgte über die Forschungszentren Rhein/Main (vor allem Frankfurt/Main, Mainz) und Nord (Hamburg, Berlin). Zudem wurden die Rekrutierungsbemühungen auf Kooperationspartner in Heidelberg und Köln ausgeweitet (siehe -> Projektdaten und Kooperationspartner). Weitere Informationen für Patienten finden Sie -> hier. Informationen für Kolleginnen und Kollegen erreichen Sie über diesen -> Link.
 

(14/9/2011)
 

Ansprechpartner/-innen

Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber
Sekretariat: Renate Stebahne
Telefon 069 798-25509
E-Mail m.leuzinger-bohleber
@sigmund-freud-institut.de

PD. Dr. Ulrich Bahrke
Telefon 069 798-25517
E-Mail bahrke
@sigmund-freud-institut.de

Telefax 069 798-25507

Projektdaten, Mitarbeiter und Kooperationspartner

Informationen zu Laufzeit, Beteiligten und Förderung etc. sowie die Ansprechpartner finden Sie -> hier.

Kontaktdaten

der Studienzentren finden
Sie -> hier.
 

Publikationen

die im Rahmen diese Forschungsprojekts veröffentlicht wurden, finden Sie -> hier.