Informationen für Patienten
Depression - Die Krankheit
Depressive Menschen erleben sich selbst als hoffnungslos, verzweifelt und traurig. Nichts geht mehr so, wie man es sich wünscht. Selbst das Aufstehen am Morgen kostet unendliche Mühe. Die Konzentration auf die Arbeit fällt schwer. Wichtige Beziehungen sind belastet und freudlos, oftmals droht eine Trennung. Man fühlt sich dünnhäutig, minderwertig und leicht verletzbar. Überall ist Verlust: der erholsame Schlaf, die Freude am Essen, der Genuss an der Sexualität.
Wer dies einmal erlebt hat, weiß, dass es lange dauern kann, bis Hoffnung, Mut und Lebensfreude wieder wachsen.
Psychotherapie - Wie wir helfen können
Eine lange Phase der Depression aus eigenem Antrieb hinter sich zu lassen, ist fast unmöglich. Sich „zusammenreißen“ genügt nicht. Der Versuch, mit nahestehenden Menschen zu reden, hilft für einen Moment, aber nicht auf Dauer. Depressive Menschen erleben dabei oft genug, dass sie gut gemeinte Ratschläge nicht umsetzen können und die Geduld der Nahestehenden allzu schnell erschöpft ist. Das kann neue Verlustängste wecken. Es ist wichtig zu erkennen, dass Depression eine ernst zu nehmende Erkrankung ist, die der Behandlung bedarf.
Durch die Behandlung bei einem ausgebildeten Psychotherapeuten kann ein anderer Blick auf die unlösbar scheinenden Probleme entstehen. Festgefahrene negative, belastende Gedanken verändern sich. Angst- und Schuldgefühle nehmen ab - Sie fassen neuen Mut. Gerade bei wiederkehrenden Depressionen wird durch längerfristige Behandlung beabsichtigt, Rückfälle zu vermeiden.
Forschung - Wie Sie uns helfen können
Jede Behandlung einer Krankheit braucht den Nachweis ihrer Wirksamkeit. Dies erfolgt in der Psychotherapie durch wissenschaftliche Studien. Die Ergebnisse dienen dazu, die Therapie weiterzuentwickeln und zu verbessern. Durch Ihre Teilnahme an der Studie tragen Sie zur Verbesserung der Depressionsbehandlung bei.
Mit der Studie „Langzeittherapie chronischer Depression“ (LAC) vergleichen wir - an mehreren Zentren in Deutschland - die psychoanalytische Psychotherapie mit der kognitiven Verhaltenstherapie. Beide werden seit Langem in der Behandlung von Depressionen eingesetzt. Wir untersuchen, ob lange, intensive Behandlungen Depressionen nachhaltig heilen und Wiedererkrankungen vermeiden helfen.
Im Rahmen der Studie bieten wir beide Formen der Therapie an. Um zu gesicherten Ergebnisse zu kommen, suchen wir für die Durchführung der LAC-Studie eine Gruppe von Patienten, die bereit sind, im Verlauf der Behandlung Fragebögen auszufüllen und Gespräche über die Therapie zu führen. So können Verlauf und Ergebnis der Behandlung beobachtet und verglichen werden.
Unser Angebot - Wie Sie Hilfe erhalten
Wenn Sie
... zwischen 21 und 60 Jahre alt sind,
... sich seit mindestens einem Jahr depressiv fühlen,
... bereit sind, neben der Behandlung auch Fragebögen auszufüllen und Gespräche über die Therapie zu führen,
können Sie sich bei dem Studienzentrum melden, das Ihrem Wohnort am nächsten gelegen ist (siehe Kontaktdaten).
Innerhalb kurzer Zeit werden Sie mit einem der Therapeuten sprechen, die Ansprechpartner für die Studie sind. Dieses Erstgespräch dient einer genauen Diagnostik und der Beratung über die geeignete Therapie. Sie erhalten ausführliche Informationen zur LAC-Studie, und Sie können entscheiden, ob Sie daran teilnehmen wollen. Sie erhalten von uns dann Adressen von geeigneten Psychotherapeuten in Ihrer Nähe und können Ihre Therapie beginnen.
Selbstverständlich können Sie Ihre Teilnahme an der Studie jederzeit widerrufen. Ihr Therapeut und die beteiligten Forscher unterliegen der Schweigepflicht. Der Datenschutz wird eingehalten.
Alle Informationen finden Sie hier noch einmal zum -> Download.
Ansprechpartner/-innen
Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber
Sekretariat: Renate Stebahne
Telefon 069 798-25509
E-Mail m.leuzinger-bohleber
@sigmund-freud-institut.de
PD. Dr. Ulrich Bahrke
Telefon 069 798-25517
E-Mail bahrke
@sigmund-freud-institut.de
Telefax 069 798-25507
Ausführliche Projektbeschreibung
Informationen zu Aufgabenstellung, Ziel und Methodik sowie dem aktuellen Stand des Projekts finden Sie -> hier.
