Forschungsfeld 5

Erwerbsarbeit und psychische Erkrankungen. Therapeutische und betriebliche Bewältigung

Projekttitel: Erwerbsarbeit und psychische Erkrankungen. Therapeutische und betriebliche Bewältigung
Projekttyp: Drittmittelprojekt
 
 

Projektbeschreibung

Antragstellung: Dr. habil. Stephan Voswinkel (IfS) in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl (Sigmund-Freud-Institut Frankfurt am Main)

Projektbearbeitung: Nora Alsdorf (SFI), Dr. Sabine Flick, Dr. habil. Stephan Voswinkel

Förderinstitution: Hans-Böckler-Stiftung

Zeitraum der Förderung: September 2013 bis September 2015

Stichworte wie "Burnout" und das "erschöpfte Selbst" sind zeitdiagnostische Marker einer gesellschaftlichen Problematik. Die Arbeit kann nicht nur psychische Erkrankungen auslösen oder verstärken, sondern es auch erschweren, auf gesundheitliche Beeinträchtigungen rechtzeitig angemessen zu reagieren. Der Arbeit kommt für die Identität und in der Gesundheitsbiographie der Menschen eine zentrale Prägekraft zu. Deshalb ist es wichtig, dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten gesundheitlich beeinträchtigter Menschen in der Arbeitsgestaltung berücksichtigt werden, insbesondere im Prozess der Wiedereingliederung gerade psychisch Erkrankter in die Arbeit. Gleichermaßen ist es erforderlich, dass die Arbeitswelt in den Perspektiven der Therapeutinnen angemessen wahrgenommen und berücksichtigt wird, um zu einer nachhaltigen Krankheitsbewältigung beizutragen.

Im Zentrum der Untersuchung stehen folgende Fragen: Wie nehmen einerseits Beschäftigte, die an psychischen Erkrankungen wie Burnout, Depression oder Angststörungen leiden, und andererseits ÄrztInnen und TherapeutInnen psychischer Erkrankungen die Arbeitsbelastungen in ihrer Bedeutung für Entstehung, Verlauf und Therapie der Erkrankung wahr? In welcher Weise werden Beschäftigungssituation, Arbeitsidentität und -bedingungen in der Therapie relevant gemacht? Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zu diesen Fragen soll untersucht werden, wie mit der psychischen Erkrankung im Wiedereingliederungsprozess umgegangen wird, wie die Bedeutung der Arbeitssituation für die Erkrankung bei der Wiedereingliederung berücksichtigt wird und welche Perspektiven TherapeutInnen am Ende der Therapie für die Wiedereingliederung entwickeln. Welche Schlussfolgerungen lassen sich für ein besseres Zusammenwirken der beteiligten Akteure ziehen?

Die Untersuchung soll zum einen durch Expertengespräche mit den Akteuren des Betrieblichen Eingliederungsmanagements typische Verfahren betrieblicher Wiedereingliederung, ihre Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten erheben. Im Mittelpunkt der empirischen Untersuchung stehen zum andern die Perspektiven der Betroffenen sowie der ÄrztInnen und TherapeutInnen, die durch eine Untersuchung in zwei psychosomatischen Kliniken analysiert werden. Angelegt ist sie als eine Folge von drei ausführlichen qualitativen (großteils biographischen) Interviews (zu Beginn und am Ende der stationären oder tagesklinischen Therapie und im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Arbeit) mit etwa 20 PatientInnen dieser Kliniken, bei denen von einer Relevanz der Erwerbsarbeit für die psychische Erkrankung ausgegangen werden kann. Verschiedene Dokumentationsmöglichkeiten über die Sichtweise der TherapeutInnen und ihre Therapien sowie Workshops mit ExpertInnen betrieblicher Wiedereingliederung runden das empirische Design ab.

Das Projekt will aus der Analyse der Erfahrungen psychisch Erkrankter mit ihrem Erkrankungsprozess, mit ihrer Therapie und mit ihrer Wiedereingliederung Erkenntnisse über Verbesserungsmöglichkeiten des Betrieblichen Eingliederungsmanagements entwickeln und die Anschlussfähigkeit der Perspektiven und Sprachen der betrieblichen und therapeutischen Akteure verbessern.

Kontakt:
Dr. habil. Stephan Voswinkel: +49 (0)69 75 61 83 -73 | voswinkel@em.uni-frankfurt.de
Dipl-Soz. Nora Alsdorf: +49 (0)69 798-36704 | alsdorf@sigmund-freud-institut.de

Ansprechpartner

Nora Alsdorf
Sigmund-Freud-Institut

Telefon +49 (0)69 798-36704

E-Mail alsdorf@
sigmund-freud-institut.de




Dr. habil. Stephan Voswinkel

Telefon +49 (0)69 75 61 83 -73

E-Mail voswinkel@
em.uni-frankfurt.de