Forschungsfeld 5

Supervision - Verantwortung - Gesellschaft. Zur Sozialgeschichte der Supervision in Deutschland

Projekttitel: Supervision - Verantwortung - Gesellschaft. Zur Sozialgeschichte der Supervision in Deutschland

Projekttyp: Drittmittelprojekt
 
 

Projektbeschreibung

Supervision in ihrer gegenwärtigen Gestalt hat eine bewegte Geschichte, die sie in hohem Maße geprägt hat. Erstaunlich ist, dass die Geschichte der Supervision in Deutschland bislang unter vorwiegend fachlichen Vorzeichen (Theorie-, Begriffs- und Methodengeschichte) und wenig im gesellschaftlichen und politischen Kontext untersucht worden ist. Diese Situation hat die Deutsche Gesellschaft für Supervision zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main ab April 2013 ein Forschungsprojekt zur Sozialgeschichte der Supervision in Deutschland durchzuführen.
Ausgangspunkt des Projektes ist, dass die Entwicklung der Supervision nicht jenseits gesellschaftlicher und politischer Prozesse verstanden werden kann, sondern Teil dieser Prozesse ist. Dies gilt nicht nur für die frühe Entwicklung der Supervision im Kontext der Demokratisierungsbemühungen der Alliierten, sondern auch für ihre Weiterentwicklungen während der 1960er, 1970er, 1980er und 1990er Jahre, die im Rahmen des kulturellen und gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Wandels dieser Zeit verstanden werden müssen: Welche Bedeutung haben z.B. die verschiedenen Protestbewegungen der 1960er und 70er Jahre, Prozesse der innerstaatlichen Aufrüstung (innere Sicherheit, Berufsverbote, ...), ein wachsendes ökologisches Bewusstsein, Globalisierung und Neoliberalismus für die (Weiter-) Entwicklung der Supervision? Das Projekt fragt aber umgekehrt auch danach, wie Supervision als reflexive soziale Praxis auf einer Mikro- und Mesoebene selbst zu gesellschaftlicher Veränderung beigetragen hat.
Das Forschungsprojekt untersucht die Entwicklung der Supervision in Deutschland aus einer Akteursperspektive: Anhand von Interviews mit Supervisor_innen (oral history, narrative Interviews) sowie über eine Analyse von Alltagsdokumenten, die während der Institutionalisierung und Professionalisierung der Supervision entstanden sind, lässt sich die Sozialgeschichte der Supervision von unten rekonstruieren und aus einer alltagsnahen Perspektive zeigen. Ziel des Projektes ist es dabei, die gesellschaftliche Bedeutung und Verantwortung der Supervision historisch herauszustellen.

Das Projekt wird durch die Deutsche Gesellschaft für Supervision finanziert.

Laufzeit: 04.2013 – 10. 2014

Projektleitung: Dr. Jan Lohl

 

Kontakt

Sigmund-Freud-Institut
Dr. phil. Jan Lohl
Raum 1.03
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt am Main

Telefon 069 971204-134
Telefax 069 971204-4
E-Mail lohl
@sigmund-freud-institut.de