Publikationen

Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2

Die Reihe „Schriften des Sigmund-Freud-Instituts“, herausgegeben von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber und Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl, erscheint im Verlag -> Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen).

Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog
Hg. von Marianne Leuzinger-Bohleber, Rolf Haubl und Stephan Hau
 



Marianne Leuzinger-Bohleber, Simon Arnold, Mark Solms (Hg.)
Das Unbewusste - Eine Brücke zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 20)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2017
40 € - ISBN 978-3-525-45133-5

Der Dialog mit den Neurowissenschaften stößt für die Psychoanalyse ein neues Fenster in die Welt der heutigen, empirischen Wissenschaften auf. Der Brückenschlag zwischen diesen beiden Disziplinen ist aufregend und kontrovers zugleich. International ausgewiesene Expertinnen und Experten loten in diesem Band aus, welche Erkenntnisse der Austausch auf einem zentralen Feld der Psychoanalyse hervorbringen kann. Sie beleuchten die Frage nach dem dynamischen Unbewussten, in das seelisch nicht Erträgliches verbannt wird und das unser Denken, Fühlen und Handeln maßgeblich beeinflusst. Dank der enormen Entwicklung neuer Methoden und Erkenntnisse in den Neurowissenschaften wird diese psychoanalytische Auffassung auf den interdisziplinären Prüfstand gestellt.

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Johanna Bodenstab
Dramen der Verlorenheit: Mutter-Tochhter-Beziehungen in der Shoah
Zur Rezeption und zur narrativen Gestalt traumatischer Erfahrungen in
Videozeugnissen

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 19)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2015
29,99 € - ISBN 978-3-525-45132-8


In diesem Buch geht es um Mutter-Tochter-Beziehungen während der Shoah und die horrenden Verlusterfahrungen, die diese Frauen überlebt haben. Es zeigt sich die Gestalt, in der sie das Verlorene in ihrem Gedächtnis präsent halten und in ihren erzählenden Erinnerungen auftauchen lassen. So gerät neben der realen Beziehung und ihrer Zerstörung durch Mord an Kindern und Müttern das komplexe Geflecht emotionaler Bindungen in den Blick, die an der Gestalt der Mutter als innerem Objekt anknüpfen. Die Wichtigkeit dieser seelischen Dynamiken und psychischen Strukturen für den Überlebenskampf zeigt sich besonders im Umgang mit traumatischen Erfahrungen. Unter dem Eindruck brutaler Verfolgung können diese verinnerlichten seelischen Strukturen allerdings auch ihren Rückhalt in der äußeren Realität verlieren, so dass die systematische Vernichtung von Bezogenheit zum wesentlichen Aspekt der Shoah wird.

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Gisela Greve
Das Unbewusste im Bild - Psychoanalytische Kunstbetrachtungen


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 18)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2015
24,99 € - ISBN 978-3-525-45131-1


Bilder von Künstlern sagen uns Betrachtern vieles – doch nicht alles erschließt sich auf den ersten Blick. Es bedarf eines deutenden Zugangs, um weniger offensichtliche Dimensionen zu entdecken. Bilder sagen auch etwas über den, der sie gemalt hat: Das Motiv, die Form der Darstellung, die Farben – alle Details eines Bildes sind vom Maler gewählt, aus Gründen, die ihm vielleicht nicht immer bewusst gewesen sind. Zeigen sie einen sich entwickelnden Gemütszustand des Künstlers, offenbaren sie einen inneren Konflikt? Bilder sagen uns schließlich auch etwas über uns selbst: Was zieht uns an, was stößt uns zurück, was interessiert uns, was langweilt uns? Gisela Greve diskutiert diese Fragen aus psychoanalytischer Perspektive am Beispiel von Kunstwerken von sechs Malern aus unterschiedlichen Epochen. Ihre Untersuchungen zu Caravaggio, Carl Gustav Carus, Honoré Daumier,  Erich Heckel, Nicolas Poussin, Jan Steen zeigen, dass ein deutender Zugang das Verständnis von Kunstwerken verändern und vertiefen kann.

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Marianne Leuzinger-Bohleber, Robert N. Emde, Rolf Pfeifer (Hg.)
Embodiment – ein innovatives Konzept für Entwicklungsforschung und Psychoanalyse


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 17)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2013
23,99 € - ISBN 978-3-525-45129-8


Das Embodiment-Konzept stellt die bisherige Diskussion in der Psychoanalyse gemäß dem Leitsatz »Die Seele im Körper entdecken« auf den Kopf: Es geht nicht mehr nur um das Entschlüsseln der Körpersprache, sondern um die Einsicht, dass der Körper an allen seelischen Prozessen, an Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen, kausal beteiligt ist. Dies ist eine radikal neue Sichtweise auf das Mind-Body-Problem. Embodiment ist daher inzwischen zu einem innovativem  Konzept geworden, das sowohl in der Grundlagenforschung als auch in Anwendungsfeldern – von den Neurowissenschaften bis zur Mikrobiologie und Genetik – Eingang gefunden hat
Das Embodiment-Konzept wirft auch einen neuen Blick auf die frühen Entwicklungsprozesse. Daher sind Beiträge zur Forschung über frühe Elternschaft und Prävention von Entwicklungsstörungen in diesem Band eingeschlossen.
Die Beiträge stammen von international namhaften Forscher wie u. a. Rolf Pfeifer, Vittorio Gallese, Linda Mayes, Daniel Schechter, Henri Parens.

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Marianne Leuzinger-Bohleber, Rolf Haubl (Hg.)
Psychoanalyse: interdisziplinär – international – intergenerationell. Zum 50-jährigen Bestehen des Sigmund-Freud-Instituts


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 16)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011
29,95 € - ISBN 978-3-525-45129-8

Als Wissenschaft vom Unbewussten wurde die Psychoanalyse von den enormen Veränderungsprozessen der globalisierten Wissensgesellschaft der letzten fünf Jahrzehnte in besonders auffälliger Weise geprägt. Erlebte sie nach der Studentenbewegung in den siebziger Jahren, in die auch die Gründungszeit des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt fällt, eine weltweite Blüte, ist sie heute eher wieder zu einer leisen Stimme der Vernunft geworden. Sie erinnert aber weiterhin an die Grenzen der Machbarkeit, von Beschleunigung und der ökonomischen Verwertbarkeit der Ressource Mensch sowie an die psychischen und psychosozialen Grundbedingungen der Fähigkeit zu arbeiten, zu lieben und das Leben zu genießen, wie Sigmund Freud sie postulierte.
Heutige Psychoanalytiker und Psychoanalytikerinnen engagieren sich in interdisziplinären, internationalen und intergenerationellen Netzwerken und leisten ihren Beitrag zur gemeinsamen Erforschung der komplexen Herausforderungen von Depression, Trauma und sozialer Desintegration.

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Judith Lebiger-Vogel
»Gute Psychotherapie«
Verhaltenstherapie und Psychoanalyse im soziokulturellen Kontext


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 15)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011
59,95 € - ISBN 978-3-525-45187-8

Welche Motive stehen heutzutage hinter dem Ergreifen des Psychotherapeutenberufs – eines schon laut Freud »unmöglichen Berufs«? Anders als in vielen psychologischen Standardlehrbüchern begreift Judith Lebiger-Vogel den Aufschwung der Verhaltenstherapie und den Rückgang der Psychoanalyse nicht schlicht als »wissenschaftlichen Fortschritt«. Sie sieht einen Zusammenhang von vorherrschenden gesellschaftlichen Krankheits- und Behandlungsvorstellungen, zunehmender Leistungs- und Erfolgsorientierung und bevorzugten Verfahrensrichtungen. Erfahrungen des Scheiterns geraten dadurch in den Hintergrund. Doch gerade sie führen oft zu einer psychotherapeutischen Behandlung. Inwiefern beeinflussen solche Gegenwartsphänomene die Wahl einer psychotherapeutischen Ausbildung? Was wird heutzutage als »gute Psychotherapie« gesehen?
Diese Themen werden auf Basis einer großen empirischen Studie zur psychotherapeutischen Nachwuchsforschung untersucht und diskutiert. Das Buch ist an der Schnittstelle zwischen Psychoanalyse, Psychologie und Soziologie sowie quantitativer und qualitativer Forschung angesiedelt.

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Ilka Lennertz
Trauma und Bindung bei Flüchtlingskindern
Erfahrungsverarbeitung bosnischer Flüchtlingskinder in Deutschland

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 14)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011
34,95 € - ISBN 978-3-525-45126-7

Als Folge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien kamen in den 1990er Jahren ca. 340.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Viele von ihnen waren Opfer sogenannter »ethnischer Säuberungen«. Trotz vielfacher Belastungen zeigen die betroffenen Kinder häufig keine offensichtlichen psychischen Folgen oder Verhaltensauffälligkeiten, sondern wirken gut angepasst.
Indem Ansätze aus der Traumaforschung, der Bindungsforschung und der qualitativen Sozialforschung kombiniert werden, lassen sich die oft verdeckt vorhandenen Traumatisierungen aufspüren. Dabei werden sowohl das Bindungsmuster der Eltern als auch die sozial prekäre Situation der Flüchtlingsfamilien berücksichtigt. Es zeigt sich, dass die Entwicklung der Kinder stark von den Traumatisierungen der Eltern geprägt ist. Erschwerend hinzu kommen sozialpolitische und ausländerrechtliche Entscheidungen, die zur sozialen Desintegration der Flüchtlinge führen. Sequentielle Traumatisierungsprozesse im Sinne Hans Keilsons werden dadurch befördert. Die Psychologin Ilka Lennertz zeigt auf, wie vergleichsweise einfach zu realisierende Unterstützungsmaßnahmen, die zurzeit unterlassen werden, ausgestaltet werden könnten.

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Rolf Haubl, Katharina Liebsch (Hg.)
Mit Ritalin® leben. ADHS-Kindern eine Stimme geben


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 13)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
EURO 24,90 - ISBN 978-3-525-45186-1

Über keine Diagnose der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist in den letzten Jahren so viel, so heftig und so kontrovers diskutiert worden wie über die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung – und das gleichermaßen in der fachlichen und allgemeinen Öffentlichkeit. Obgleich die Störung als eine genetisch bedingte hirnorganische Krankheit gilt, verstummen die Stimmen nicht, die diese biomedizinisch-psychiatrische Deutung in Zweifel ziehen. In der Kritik steht nicht zuletzt die Behandlung der Kinder mit Psychopharmaka. Gleich, wo sich die Kontrahenten in dieser leidenschaftlich, oft sogar feindselig geführten Kontroverse auch positionieren, eines verbindet sie: Sie versäumen oder vermeiden es, den betroffenen Kindern eine eigene Stimme zu geben. Anders als es die UN-Kinderrechtskonvention fordert, erhalten sie meist kein oder nur begrenztes Mitspracherecht, obgleich ihr Leben von den Entscheidungen der Erwachsenen gravierend und dauerhaft beeinflusst wird. Das Buch präsentiert die Ergebnisse eines sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekts, in dem 60 Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren darüber Auskunft geben, wie sie es in Familie und Schule selbst erleben, als ADHS-Kind diagnostiziert worden zu sein und täglich Ritalin® oder ein vergleichbares Psychopharmakon nehmen zu sollen.


Inhalt

Einleitung

Rolf Haubl / Katharina Liebsch:
Einführung

Rolf Haubl:
Psychodynamik medikalisierter Beziehungen

Tanja Brand:
»Ha, jetzt stell ich die Fragen!« Beziehungsdynamik in der Interviewführung mit Kindern

Elke Salmen:
Gegenübertragungen als Hilfe des Verstehens. Eine Falldarstellung

Eva Sänger:
»Dann arbeiten die Männchen da drin, dass ich dann weiß, dass ich nicht sofort hinschlagen soll«. Vorstellungen medikamentierter Jungen über die biomedizinische Wirkungsweise von Medikamenten gegen AD(H)S

Sebastian Jentsch:
Beziehungsgestaltung unter Medikation

Erica Augello:
»Schule« in den Aussagen medikamentierter Jungen

Sarah Kirsch und Wischnewski:
Medikation als Aufgabe geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung

Eva Sänger:
Biomedizinisches Wissen zur AD(H)S in Kinderzeichnungen

Daniela Otto:
Vom Zappelphilipp zum Normalo? AD(H)S-Symptomatik, Diagnose und Medikation als Stigma

Inge Schubert:
»Und nachts, da arbeiten die Männchen im Kopf«. Affektkontrolle und Männlichkeitsvorstellungen in der Vorstellungswelt bei ADHS-medikamentierten Jungen

Katharina Liebsch:
Passung und Anpassung. Zur Herstellung von Zugehörigkeit und Teilhabe durch AD(H)S-Medikation

Rolf Haubl / Katharina Liebsch:
Medikament und Medikation: Eine Typologie positiver und negativer Repräsentanzen

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Gisela Greve
Leben in Bildern. Psychoanalytisch-biographische Kunstinterpretationen


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 12)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
EURO 24,90 - ISBN 978-3-525-45185-4

Gisela Greve interpretiert Werke der bildenden Kunst aus psychoanalytischer Sicht. Das Schwergewicht der Deutungsmethode liegt auf dem biographischen Zugang. Einleitend erörtert Greve die besonderen Möglichkeiten wie auch Grenzen dieses Deutungsverfahrens. Im Zentrum steht die Aufdeckung von unbewussten Zusammenhängen zwischen den lebensgeschichtlichen Hintergründen der Künstler und ihrer Werke. Durch Aufspüren von inneren Konflikten und ihrer kreativen Verarbeitung wird das Verständnis für die Kunstwerke erweitert und vertieft. Verborgene Gefühle, unbewusste Ängste, Konflikte und Abwehrformen, die sich in den künstlerischen Arbeiten niedergeschlagen haben, werden entschlüsselt. In den kritischen Analysen der Schöpfungen von Francisco Goya, William Turner, Edvard Munch, Lyonel Feininger, Max Beckmann und Anselm Kiefer lassen sich mit der Verwendung von verfügbarem biographischem Material neue Aspekte ihrer Kunst entdecken. Damit trägt dieses Buch auch zum interdisziplinären Dialog in der Kunstinterpretation bei.


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Marianne Leuzinger-Bohleber, Paul-Gerhard Klumbies (Hg.)
Religion und Fanatismus. Psychoanalytische und theologische Zugänge


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 11)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
EURO 37,90 - ISBN 978-3-525-45184-7

Nach dem 11. September 2001 hat sich das Thema »Religion und Fanatismus« mit Vehemenz ins öffentliche Bewusstsein gedrängt. Wir sind mit dem Phänomen konfrontiert, dass es vor allem orthodoxe und konservative Strömungen in den verschiedenen Weltreligionen sind, die heute Zulauf haben. Fundamentalistische Überzeugungen üben eine neue Attraktivität vor allem auf Jugendliche und Spätadoleszente aus. Die Ideologie eines religiösen Exklusivitätsanspruchs stempelt den Anderen zum Ungläubigen, der vernichtet und ausgelöscht werden kann oder sogar muss. Diese Logik ruft archaische Formen von Aggression und Gewalt hervor, die eine große Verunsicherung und Angst verbreiten.
In diesem Buch nehmen Psychoanalytiker und Theologen die psychologischen, individuellen, institutionellen und gesellschaftlichen Hintergründe von religiösem Fanatismus und grenzenloser Gewalt in den Blick. In diesem interdisziplinären Dialog sind die einen Experten im Verstehen unbewusster Phantasien und Konflikte, die sich in mörderischer Gewalt manifestieren können. Die anderen verfügen über ein spezifisches Wissen zum Verhältnis des Christentums zur Gewalt sowie zur Auseinandersetzung zwischen den Weltreligionen – sowohl in der Vergangenheit als auch in der globalisierten Gegenwart.


Beiträge von Reiner Anselm, Göttingen / Werner Bohleber, Frankfurt a. M. / Jorge Canestri, Rom / Mahrokh Charlier, Frankfurt a. M. / M. Fakhry Davids, London / Mario Erdheim, Zürich / Peter Fonagy, London / Abigail Golomb, Tel Aviv / Vera Kattermann, Berlin / Fakhri Khalik, Frankfurt a. M. / Tom Kleffmann, Kassel / Paul-Gerhard Klumbies, Kassel / Marianne Leuzinger-Bohleber, Kassel und Frankfurt a. M. / Ilse Müllner, Kassel / Reinhard Nolle, Kassel / Aydan Özdaglar, Freiburg / Werner H. Ritter, Bamberg / Sigrid Scheifele, Frankfurt a. M. / Luise Schottroff, Mainz, Kassel und Berkeley, USA / Charles B. Strozier, New York / Stuart Twemlow, Houston / Sverre Varvin, Oslo / Kerstin Weike-Bierbüsse, Kassel.

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Klaus Röckerath, Laura Viviana Strauss, Marianne Leuzinger-Bohleber (Hg.) Verletztes Gehirn – Verletztes Ich. Treffpunkte zwischen Psychoanalyse und Neurowissenschaften
Mit einem Vorwort von Mark Solms

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 10)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2009
EURO 29,90 - ISBN 978-3-525-45182-3


Die psychoanalytische Arbeit mit neurologisch geschädigten Patienten hat einige Besonderheiten zu beachten. Menschen etwa mit einem Schlaganfall in der rechten Hirnhälfte erleiden häufig eine Lähmung der linken Extremitäten und somit eine motorische Behinderung. Typischerweise können diese Patienten einen Neglect zeigen: Sie blenden die Wahrnehmungen aus dem linken Gesichtsfeld aus – sie nehmen nur die Hälfte der Welt wahr, obwohl sie subjektiv den Eindruck haben, die Welt wäre so vollständig wie immer. Ebenso findet sich bei ihnen oft das Phänomen der Anosognosie: Sie sind der festen Überzeugung, sie seien gar nicht halbseitig gelähmt. Diese Phänomene sind für Psychoanalytiker von besonderem Interesse, da sie an psychische Abwehrformen wie etwa die Verleugnung erinnern, die aus der psychoanalytischen Arbeit mit neurologisch nicht beeinträchtigten Patienten bekannt sind. Die Autoren gehen der Frage nach, inwieweit sich eine Hirnschädigung auf die Ich-Funktionen der Person auswirkt und welche Konsequenzen sie für die Persönlichkeit des Patienten hat. Anhand von psychoanalytischen Krankengeschichten wird gezeigt, wie sich unterschiedliche organische Veränderungen in der Psyche des Patienten und im therapeutischen Prozess bemerkbar machen. Das Anliegen des Buches ist es, Ergebnisse aus der Zusammenarbeit von Psychoanalyse und Neurowissenschaften nutzbar zu machen.

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Gisela Greve
Bilder deuten. Psychoanalytische Perspektiven auf die Bildende Kunst

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 9)
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2009
EURO 19,90 - ISBN 978-3-525-45182-3

Anhand verschiedener psychoanalytischer Zugangswege lassen sich Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen neuartig deuten. Bilder von Andy Warhol werden beispielsweise mit Hilfe von Formdeutungen, Werke von Joseph Beuys mit einer biographisch orientierten Interpretation verständlicher. Das Phänomen der Reverie, des träumerischen Ahnens – ein alter kunsthistorischer Begriff –, wird in einer Untersuchung der Seerosen-Bilder von Claude Monet mit einer psychoanalytischen Auffassung von Reverie verglichen. Durch einen solchen interdisziplinären Brückenschlag zwischen Psychoanalyse und Kunstwissenschaft werden die eigenen fachinternen Grenzen überschritten und es gelingt ein vertieftes und zugleich erweitertes Verstehen von Werken der bildenden Kunst.

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Stephan Hau
Unsichtbares sichtbar machen. Forschungsprobleme in der Psychoanalyse

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 8)
2., korrigierte Aufl.
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2009
EURO 19,95 - ISBN 978-3-525-45181-6

Psychoanalytische Forschung hat eine lange Tradition. Dies gilt besonders für die Weiterentwicklung der psychoanalytischen Behandlungskonzepte. In diesem Buch wird anhand mehrerer Beispiele der interdisziplinäre Forschungsdialog beschrieben, der für die Psychoanalyse als Wissenschaft unumgänglich ist. Als roter Faden dient der Traum als Forschungsgegenstand. Aus ihm lassen sich Erkenntnisse über unbewusste Wahrnehmungs-, Denk-, Erinnerungs- und Verarbeitungsprozesse gewinnen. Experimentelle Traumforschung im Labor, Traumanalysen aus klinischen Behandlungen, der Einsatz von Datenbanken und ausgefeilten Untersuchungstechniken für manifeste Traumtexte bis hin zur Verwendung von modernen bildgebenden Verfahren aus der Hirnforschung ermöglichen unterschiedliche Erkenntnisse über diese nichtsichtbaren inneren Prozesse.
Dieses Buch ist ein Streifzug durch psychoanalytische Forschungszusammenhänge, wodurch die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen deutlich werden.

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Rolf Haubl, Tilmann Habermas (Hg.)
Freud neu entdecken. Ausgewählte Lektüren

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 7)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2008
EUR 19,95 - ISBN 978-3-525-45167-0

Die zentralen Begriffe Freuds gehören heute zum Allgemeinwissen, seine wichtigsten Einsichten zum Common Sense. Zugleich gelten viele seiner Theorien als überholt. Dieser Band rückt den Autor Sigmund Freud in den Mittelpunkt, den Theorienbauer, den Rhetoriker, den einfallsreichen Bastler. In neun Beiträgen werden einzelne Texte Freuds zur Re-Lektüre vorgeschlagen. In manchen Beiträgen dienen sie als Ausgangspunkt zu einem systematischen Überblick – beispielsweise über die Geschichte des Begriffs des Unbewussten oder über Methoden psychoanalytischer Kunstdeutungen. Andere Beiträge setzen sich detailliert mit dem Text und den Windungen der Freud’schen Argumentation auseinander, um so Anregungen für Beiträge zu aktuellen Diskussionen in Psychoanalyse, Soziologie, Literaturwissenschaft, Geschlechterforschung, Kriminologie und Psychologie zu liefern.

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Timo Hoyer (Hg.)
Vom Glück und glücklichen Leben. Sozial- und geisteswissenschaftliche Zugänge.

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 6)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2007
EUR 19,95 - ISBN 978-3-525-45180-9

Das Glück ist in aller Munde. Das Bedürfnis nach dem Glück und der Wunsch nach einem glücklichen Leben sind offenkundig groß, wie etwa die stark nachgefragte Ratgeber-Literatur mit ihren Versprechen von Glücksformeln verrät. Meist machen es sich diese Bücher jedoch zu einfach mit ihrem Gegenstand: Was Glück bedeutet, wie oder ob überhaupt das Streben danach zu befriedigen ist, wird seit Jahrhunderten kontrovers diskutiert. Zur fundierten Auseinandersetzung mit Glücksvorstellungen, Glückserwartungen und Glücksversprechungen tragen in diesem Werk verschiedene sozial- und geisteswissenschaftliche Disziplinen bei. Die Beiträge eröffnen psychoanalytische, psychologische, philosophische, erziehungswissenschaftliche, religionswissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven auf das Glück und das glückliche Leben.

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Ralf Zwiebel, Annegret Mahler-Bungers (Hg.)
Projektion und Wirklichkeit. Die unbewusste Botschaft des Films


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 5)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2007
EUR 19,95 - ISBN 3-525-45179-2

Die psychoanalytische Betrachtung von Spielfilmen ruft wachsendes Interesse in der Fachwelt wie auch beim interessierten Publikum hervor, verspricht sie doch tiefergehende und aufschlussreichere Erkenntnisse als übliche Filminterpretationen. Dieser Band gibt eine aktuelle Standortbestimmung der Filmpsychoanalyse, die mit einer Vielfalt von Ansätzen und auch mit methodischen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Nach einer theoretischen Annäherung zur Beziehung von Film und Psychoanalyse wird am Beispiel einzelner Filme der zentrale Aspekt von Innen- und Außenwelt diskutiert. Unterschiedliche Deutungsansätze für Polanskis Film „Der Mieter“ zeigen die Vielfalt psychoanalytisch orientierter Filmbetrachtung.

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Marianne Leuzinger-Bohleber, Yvonne Brandl, Gerald Hüther (Hg.)
ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung. Theorie, Forschung, Kontroversen

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts; Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 4)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2006
EUR 34,90 - ISBN 3-525-45178-4

Dieses Buch setzt sich auf fachwissenschaftlicher Ebene sowohl mit der Diagnose als auch mit der Behandlung von ADHS auseinander. Die einen plädieren für einen verstehenden und therapeutischen Umgang mit dem betroffenen Kind, während andere in einer medikamentösen Behandlung das Mittel der Wahl sehen.

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Marianne Leuzinger-Bohleber, Rolf Haubl, Micha Brumlik (Hg.)
Bindung, Trauma und soziale Gewalt. Psychoanalyse, Sozial- und Neurowissenschaften im Dialog


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts; Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 3)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2006
EUR 19,95 - ISBN 3-525-45177-6

Nur durch das Zusammenarbeiten von Experten unterschiedlicher Fachgebiete kann das Phänomen zunehmender Aggressivität und Gewaltbereitschaft bei Kindern in seinen komplexen Ursachen analysiert werden und Prävention erfolgreich sein.

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Klaus Herding, Gerlinde Gehrig (Hg.)
Orte des Unheimlichen. Die Faszination verborgenen Grauens in Literatur und bildender Kunst


(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts; Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 2)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2006
EUR 19,95 - ISBN 978-3-525-45176-2

Zum ersten Mal wird Sigmund Freuds zentrales Werk »Das Unheimliche« (1919) nicht nur von psychoanalytischer und literaturwissenschaftlicher, sondern zugleich von kulturgeschichtlicher Seite aus kritisch gesichtet. Dabei werden Freuds Thesen für die Erforschung von reichhaltigem Material aus bildender Kunst und Literatur gewinnbringend angewendet. Das Spektrum reicht von der französischen Malerei und Literatur des 19. Jahrhunderts über Symbolismus und Surrealismus bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Doch auch sozialhistorisch bedeutsame Phänomene, wie die Ausbildung autoritärer Mythen im kreativen Kontext und die Rezeption des künstlerischen Schaffens psychisch Kranker, werden auf Aspekte des Unheimlichen hin untersucht.

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Marianne Leuzinger-Bohleber, Ilka von Zeppelin (Hg.)
Ulrich Moser, Psychische Mikrowelten – Neuere Aufsätze

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 1)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2005
EUR 19,95 - ISBN 3-525-45165-2

Der Psychoanalytiker Ulrich Moser steht für Mut zu eigenem Denken in einer eigenen Sprache. Seine Erkenntnisse schärfen zum einen die Wahrnehmung komplexer klinischer Phänomene, zum anderen regen sie zu eigenen Versuchen theoretischer Durchdringung und sprachlicher Gestaltung zu.

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