Publikationen

Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3

Die Reihe „Schriften des Sigmund-Freud-Instituts“, herausgegeben von Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber und Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl, erscheint im Verlag -> Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen).

Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie
Hg. von Rolf Haubl und Hans-Joachim Busch
 


 

Tomas Plänkers (Hg.)
Chinesische Seelenlandschaften. Die Gegenwart der Kulturrevolution (1966–1976)

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Bd. 7). Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2010

EUR 34,90 - ISBN 978-3-525-45415-2

Kurzinformationen
Die Kulturrevolution im Spiegel der chinesischen Seele.

Ausführliche Informationen
»Die ›Kulturrevolution‹ von Mai 1966 bis zum Oktober 1976 hat Partei, Land und Volk die schwerwiegendsten Rückschläge und Verluste seit Gründung unserer Volksrepublik gebracht.« So beginnt die Resolution der Kommunistischen Partei Chinas, die 1981 eine abschließende Beurteilung versuchte. Die Schwierigkeit, rückblickend eine angemessene historisch-politische Einschätzung zu geben, gilt ebenso für die Beurteilung der psychologischen Folgewirkungen bei den betroffenen Menschen. Dazu dokumentiert dieser Band eine multidisziplinäre Untersuchung, die sinologisch, sozialpsychologisch und psychoanalytisch den meist untergründigen psychischen Nachschwingungen dieses chinesischen Zivilisationsbruches nachgeht. Die Autoren erkunden den Umgang der Chinesen mit den Gewalterfahrungen, die Probleme der kollektiven Erinnerung und deren individuelle Verarbeitung sowie die psychotraumatischen Folgen bei Zeitzeugen und ihre transgenerationale Weitergabe.


Inhaltsverzeichnis


 

Timo Hoyer, Ullrich Beumer, Marianne Leuzinger-Bohleber (Hg.)
Jenseits des Individuums – Emotion und Organisation

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Bd. 6). Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2011

EUR 34,95 - ISBN 978-3-525-45416-9

Ausführliche Informationen
In modernen Gesellschaften bewegen sich die Menschen unentwegt in Organisationen, deren Strukturen, Regeln und Werte sie einerseits gestalten, deren Gestalt andererseits ihr Fühlen, Urteilen und Handeln beeinflusst. "Jede Organisation institutionalisiert auf der einen Seite institutionelle Praktiken, um alle Emotionen ihrer Mitglieder zu dämpfen, die ihr vermeintlich schaden; auf der anderen Seite institutionalisiert sie Praktiken, um alle Emotionen ihrer Mitglieder zu fördern, die ihr vermeintlich nützen", heißt es bei Rolf Haubl, dem dieses Buch gewidmet ist. Die Aufsätze machen deutlich, dass Emotionen neben ihrem Gefühlsgehalt kognitive Anteile, Motivations- und Handlungsbezüge sowie psychische, physische und gestische Reaktions- und Ausdrucksqualitäten besitzen. Emotionen gehen über das empfindende Individuum hinaus, sie berühren intersubjektive und gesellschaftliche Bereiche, die ihrerseits auf die Emotionen einwirken. Mit diesen Wechselwirkungen befassen sich die Beiträge namhafter Autoren und Autorinnen aus den Blickwinkeln der Psychoanalyse, Sozialpsychologie, Soziologie, Organisationstheorie, Erziehungswissenschaft und Literatur.


Inhalt

Timo Hoyer, Ullrich Beumer, Marianne Leuzinger-Bohleber
Einleitung

Marianne Leuzinger-Bohleber
Ein transdisziplinäres Klassifikationssystem emotionaler Störungen als Reflexionsrahmen für Emotionen in Organisationen – ein Beispiel

Wolfgang Mertens
Zum Stellenwert wirklichkeitsgetreuer Wahrnehmungen von Emotionen im analytischen Prozess

Ulrich Schultz-Venrath »Ich mentalisiere, also bin ich«. Zu den Folgen eines veränderten Affekt- und Emotionsverständnisses für die psychoanalytische Behandlungstechnik

Oswald A. Neuberger
Gefragte Emotionen. Die Transformation des Untersuchungsgegenstands im Prozess seiner Erfassung

Angela Kühner
»Angst und Methode«. Überlegungen zur Relevanz von Devereux’ These für das Selbstverständnis kritischer Sozialwissenschaft heute

Ullrich Beumer
Reife Helden? Die Rolle der Führungskräfte im dritten Lebensalter

Bettina Daser: Tief verbunden. Das Ringen um Generativität und Selbstfürsorge im Generationenwechsel in Familienunternehmen

Daniela Rastetter
»Da laufe ich auf einem Minenfeld«. Emotionsarbeit von Frauen im Management

Elisabeth Pauza und Heidi Möller
»Wir sind allein …« Emotionserleben und Emotionsregulierung zu Beginn psychotherapeutischer Ausbildung

Katharina Liebsch
Von langer Hand vorbereitet? Neue Organisationslogiken und die Bewältigung der universitären Zukunft

Inge Schubert
»Ich finde an unserer Klasse einfach toll, dass die so zusammengewürfelt ist«. Heterogenität und Homogenisierungsbedürfnisse in schulischen Gruppen

Timo Hoyer
Glück soll lernbar sein? Ist es aber nicht!
Burkard Sievers: Kapitalistische Gier. Einige sozioanalytische Überlegungen

Hans-Joachim Busch
Aggression und politische Sozialisation. Überlegungen zu einer politischen Psychologie des Subjekts

Tomas Plänkers
Chinesische Schatten der Kulturrevolution (1966–1976). Transmissionen psychischer Traumata zwischen den Generationen

Tilmann Habermas
Moralische Emotionen. Ärger in Alltagserzählungen

Uwe Timm
Einige Überlegungen über das Feuchte



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Rolf Haubl, Frank Dammasch, Heinz Krebs (Hg.)
Riskante Kindheit. Psychoanalyse und Bildungsprozesse

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Bd. 4). Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2009

EUR 29,90 - ISBN 978-3-525-45414-5

Kurzinformationen
Die Kindheit verliert in der modernen Welt ihren Schonraum.

Ausführliche Informationen
»Kindheit« gilt als ein besonderer Lebensabschnitt, der vom gesellschaftlich herrschenden Handlungsdruck befreit ist. Dieser Schutz- und Schonraum soll der allmählichen Vorbereitung auf ein sozial integriertes Leben dienen. Kindern ausreichend Zeit zu lassen, um zu einer Persönlichkeit zu reifen, geschieht in der Erwartung, dass sie in dieser Zeit die bürgerlichen Werte verinnerlichen, so dass die Gesellschaft ohne großen Aufwand an sozialer Kontrolle auskommt. Kindergärten, Schulen sowie alle anderen sozialen und pädagogischen Institutionen bieten in der Realität nur bedingt Freiräume. Vor allem die Schule soll ein Arbeiten lehren, das alles Spielerische hinter sich lässt.
Kindheits- und Jugendforscher sind sich weitgehend einig, dass der Schutz- und Schonraum heutzutage bedroht ist. »Kindheit« verschwindet auf breiter Front, indem sich die Lebenswelt von Kindern immer mehr der Lebenswelt von Erwachsenen angleicht. Damit einher geht ein enormer Anstieg der gesundheitlichen, körperlichen und psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen. Von zunehmenden Allergien bis zu zunehmenden Angststörungen und Depressionen reicht die alarmierende Bestandsaufnahme heutiger »Kinderkrankheiten«. Die gesellschaftlichen Anpassungsleistungen überfordern die heutigen Kindern und Jugendlichen. Sie reagieren darauf gesteigerter Gewaltbereitschaft oder selbstdestruktivem Drogenkonsum. Experten bemühen sich, die Risikofaktoren der modernen Lebensbedingungen zu verringern – kurativ, besser noch aber präventiv. So geraten Kinder und Jugendliche heute mehr den jemals zuvor in den Einflussbereich professionellen Handelns: von Erziehern, Lehrern, Sozialarbeitern, Therapeuten. Die Beiträge dieses Buches lassen sich als multiprofessionelle Momentaufnahmen aus einer Erwachsenenwelt und deren Institutionen lesen, die, soll Kinderfreundlichkeit mehr als ein Lippenbekenntnis sein, immer auch ihre eigenen Selbstverständlichkeiten in Frage stellen muss.


Inhalt

Rolf Haubl, Frank Dammasch, Heinz Krebs: Zur Einführung

FAMILIENLEBEN

Rose Ahlheim: Elternschaft – Entwicklungsprozess und Konfliktpotential

Hans-Geert Metzger: Der Vater und die frühe Kindheit

Frank Dammasch: Der Junge ohne väterliche Struktur

Heribert Blaß: Die Bedeutung des früh enwickelten oder nachträglich erworbenen Bildes vom Vater für erwachsene Liebesbeziehungen

KINDER MIT AUFMERSAMKEITSHYPERAKTIVITÄTSSTÖRUNG

Marianne Leuzinger-Bohleber, Tamara Fischmann, Judith Vogel: »Weißt du, manchmal möchte ich nicht mehr leben ...« Frühprävention als Stärkung der Resilienz gefährdeter Kinder? Beobachtungen und Ergebnisse aus der Frankfurter Präventionsstudie

Rolf Haubl und Katharina Liebsch: »Wenn man teufelig und wild ist«. Funktion und Bedeutung von Ritalin aus der Sicht von Kindern

BILDUNG ALS BEZIEHUNGSARBEIT

Jürgen Körner: Psychoanalyse und Bildung

Annelinde Eggert-Schmid Noerr: Psychoanalytische Pädagogik und Bildung. Anmerkungen zu Jürgen Körner: Psychoanalyse und Bildung

Joachim Bauer: Spiegelung: Der Kern der pädagogischen Beziehung

Heinz Krebs: Methodische Aspekte professionellen Handelns

TRAUMATISCHE PERSÖNLICHKEITSBILDUNG

Marianne Rauwald: Trauma und Persönlichkeitsbildung

Joachim Heilmann: »Ich muss bei meinem Amsel-Patienten bleiben ...«

Christoph Kleemann: Wie der »Terrorist« zum Schulkind wurde

Ursula Pforr: Trauma und Persönlichkeitsbildung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung

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Rolf Haubl, Bettina Daser (Hg.)
Macht und Psyche in Organisationen

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Band 3) Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2007
EUR 19,95 - ISBN 978-3-525-45166-3

Organisationen sind ohne Macht nicht vorstellbar. Allerdings hat Macht zwei Seiten: zum einen wirkt sie produktiv und gestaltend, zum anderen wird sie von Organisationsmitgliedern nicht nur zum Wohle der Organisation eingesetzt, sondern auch missbraucht, um persönliche Interessen durchzusetzen. Machtstreben sowie der Gebrauch und Missbrauch von Macht sind im organisationswissenschaftlichen Diskurs um „Führung“ nach wie vor eher randständige Themen.

Die Beiträge in diesem Band geben einen Überblick über sozial- und organisationswissenschaftliche Machttheorien im Hinblick darauf, inwieweit sie sich eignen, das Ineinandergreifen von Organisationsstrukturen und den psychischen Strukturen von Organisationsmitgliedern zu beschreiben. Sie gehen der Frage nach, wie Männer und Frauen Macht gebrauchen und wie sie den eigenen Machtgebrauch im Rahmen von Supervision und Coaching thematisieren. Zudem vermitteln praxisnahe Berichte einen Eindruck davon, welchen Einfluss der aktuelle Wandel von Arbeits- und Organisationsstrukturen auf Organisationen hat, wie sich dadurch Machtverhältnisse verändern und welche mikropolitischen Strategien Organisationsmitglieder anwenden, um den Wandel zu bewältigen.

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Johann August Schülein
Optimistischer Pessimismus. Über Freuds Gesellschaftsbild
3., erw. Aufl.

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Band 2) Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2007
EUR 19,95 - ISBN 978-3-525-45409-1

Dass Freud als Kind seiner Zeit die damaligen Denkgewohnheiten und Vorurteile in vieler Hinsicht teilte, ist lange bekannt. Es handelt sich jedoch häufig um punktuelle Feststellungen, die dem Gesamtprofil von Freuds Denken nicht gerecht werden. Aus Texten und Briefen arbeitet der Soziologe J.-A. Schülein das Gesellschaftsbild Freuds heraus, das auch die Entwicklung der Psychoanalyse prägte. Es zeigt sich dabei eine ungewöhnliche Mischung aus vortheoretischen Gewissheiten und einem hohen Maß an Unabhängigkeit, von Alltagsbewusstsein und tiefgreifendem Verständnis, von Optimismus und Pessimismus.

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Hans-Joachim Busch (Hg.)
Spuren des Subjekts. Positionen psychoanalytischer Sozialpsychologie

(Schriften des Sigmund-Freud-Instituts, Reihe 3: Psychoanalytische Sozialpsychologie, Band 1) Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2006
EUR 19,95 - ISBN 3-525-45404-X

Dem Subjekt kommt für die Auffassung des Individuums in der modernen Gesellschaft eine bedeutende Rolle zu. In der Psychoanalyse war jedoch früh erkannt worden, dass das bürgerliche Ich nicht Herr im eigenen Haus ist. Die Autoren setzen diese Ansätze Freuds für die Bedingungen der späten Moderne fort. Sie suchen nach unbewussten Spuren gesellschaftlicher Verhältnisse im Subjekt und nach psychischen Kräften, mit denen sich das Subjekt heute behaupten und zur geltung bringen kann.

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