Ambivalenz des medizinisch-technischen Fortschritts
Eine internationale wissenschaftliche Konferenz
zu Ehren von Alexander Mitscherlich

25. - 29. September 2008
in Frankfurt am Main

 



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, Sie zur internationalen Tagung „Ambivalenz des medizinisch-technischen Fortschrittes“ einzuladen. Wir ehren mit diesem Kongress Alexander Mitscherlich, der am 20. September 2008, 100 Jahre alt geworden wäre. Er hat 1959 zusammen mit dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten August Zinn, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Sigmund-Freud-Institut gegründet, eine psychoanalytische Ausbildungs- und Forschungsstätte, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Psychoanalyse, eine von den Nationalsozialisten verfolgte Disziplin, nach Deutschland zurückkehren konnte.

Schon 1947 hatte er gemeinsam mit Felix Schottländer und Hans Kunz die Zeitschrift PSYCHE gegründet und sie im Laufe der Jahre zur führenden psychoanalytischen Zeitschrift im deutschen Sprachraum gemacht. Alexander Mitscherlich war als Psychoanalytiker eine der herausragenden Persönlichkeiten in der Nachkriegszeit der Bundesrepublik. Sein psychoanalytisches und politisches Wirken steht im Mittelpunkt der Veranstaltung am Freitag, dem 26. September 2008. Timo Hoyer stellt seine Biographie Alexander Mitscherlichs vor. Seine Persönlichkeit, sein Werk und seine Bedeutung für die Psychoanalyse in Deutschland werden durch die Vorträge von Helmut Thomä und Werner Bohleber gewürdigt. Im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit Margarete Mitscherlich, Helmut Thomä, Timo Hoyer und Udo Benzenhöfer werden Erinnerungen an Alexander Mitscherlich stehen. Sein Wirken in den psychoanalytischen Institutionen würdigen Georg Bruns Ingrid Möslein-Teising und Wolfgang Schwerd.

Als Übergang zum Tagungsthema wird Christine von Weizsäcker am Samstagvormittag in ihrem Vortrag zeigen, in welcher Weise im heutigen Nachdenken und Erforschen von Ambivalenzen des medizinisch-technischen Fortschritts zentrale Gedanken Alexander Mitscherlichs aufgenommen und weitergeführt werden. So erfordert der Umgang mit den neuen Möglichkeiten pränataler und genetischer Diagnostik in besonderer Weise einen humanen, von professioneller Empathie geprägten Umgang mit Paaren, die über Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes entscheiden müssen. Wie die Ergebnisse einer großen, von der Europäischen Kommission geförderten Studie zeigen, die am Samstag und am Sonntag an dieser Tagung präsentiert werden, ist dies nicht nur ein individuelles, sondern auch ein aktuelles gesellschaftliches Thema, das grundlegende Fragen der heutigen Bioethikdebatte berührt. Wir freuen uns sehr, dass wir führende Experten aus dem Bereich der Psychoanalyse, der Ethik und der Medizin gewinnen konnten, die einen Einblick in diese relevanten Debatten bieten. Durch die Kombination von theoretischen, empirischen und klinischen Beiträgen hoffen wir, ein breites Publikum aus unterschiedlichen Disziplinen anzusprechen und wünschen uns allen einen produktiven und fruchtbaren Austausch während der Tagung.

Im Namen der Veranstalter
Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber
Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl
 

Programm

Das Programm der Tagung finden Sie -> hier.