Veranstaltungen

Tagungen und Workshops

Der Arbeitskreis Politische Psychologie (DVPW)
in Verbindung mit der Arbeitsgruppe
Psychoanalyse - Gesellschaft - Kultur
und dem Sigmund-Freud-Institut

34. Jahrestagung

Biographie und Politik

Krisen, Brüche, Kontinuitäten

am 26. und 27. April 2008 im SFI


Folgende Fragen sind es, zu deren Beantwortung unsere Tagung einen Beitrag leisten soll: Warum gelangen Menschen dazu, sich politisch zu engagieren? Warum ringen sie als Konservative darum, das Bestehende zu bewahren? Warum votieren sie als Liberale für die Freiheit des Marktes? Und warum kämpfen sie für die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie als unzumutbar erleben? Diese Fragen sollen im Rahmen einer Tagung behandelt werden, die das Verhältnis von Biographie und Politik thematisiert. Das bedeutet, dass es um die Wechselwirkung zwischen dem sich in der Lebensgeschichte entfaltenden subjektivem Erleben und den übergreifenden sozialen und politischen Prozessen geht. Wie Biographien durch politische Ereignisse geprägt werden, so wird die Politik einer Partei oder einer politischen Bewegung durch die biographischen Erfahrungen einer Generation bestimmt. Dabei ist es unübersehbar, dass dem Leiden unter den Zwängen der Gesellschaft eine besondere Bedeutung zukommt: Wie das Leiden unter sozialen Zumutungen zur psychischen Erkrankung führen kann (Sigmund Freud), so kann das Leiden unter den herrschenden Verhältnissen auch zum Impuls werden, um gesellschaftliche Verhältnisse verändern zu wollen.

Das Verhältnis von Biographie und Politik kann grundsätzlich in zweierlei Weise Gestalt annehmen: Wie verbinden sich individuelle Krisenerfahrungen mit dem Willen zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und wie korrespondiert das subjektive Erleben mit politischen Umbrüchen? Und wie hängen Prozesse des persönlichen Scheiterns oder individuelle Pathologien mit dem Rückfall von formaldemokratischen Gesellschaften in autoritäre oder repressive Herrschaftsmuster zusammen? Lassen sich unterschiedliche Formen der Verarbeitung von biographischen Erfahrungen bei Subjekten beobachten, die zu politischen Utopien neigen oder zu fundamentalistischen Weltanschauungen?

Anhand empirischer Befunde (z. B. 68er Bewegung, RAF, Demokratiebewegung in der DDR, chinesische Kulturrevolution, christlicher oder islamistischer Fundamentalismus) soll untersucht werden, wie Biographie und Politik, wie Privatheit und Öffentlichkeit, wie familialer und sozialer Wandel im Kontext politischer Aktivität zusammenhängen. Wodurch unterscheiden sich politische Generationsverhältnisse? Wie kommt es dazu, dass Akteure in soziale Bewegungen einsteigen oder wieder aussteigen?

Zum Programm kommen Sie -> hier.