Veranstaltungen

Tagungen und Workshops


Arbeitskreis Politische Psychologie (DVPW)
(in Verbindung mit der Arbeitsgruppe Psychoanalyse – Gesellschaft – Kultur)

35. Jahrestagung

„Von einer Generation zur anderen -
Zur Dynamik von Weitergabe und Übernahme“


9./10. Mai 2009 in Frankfurt am Main im Sigmund-Freud-Institut


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den letzten Jahrzehnten ist die Beziehung zwischen den Generationen immer mehr in den Blick soziologischer und sozialpsychologischer Untersuchungen gerückt (vgl. z. B. Bude, Schneider u.a., Welzer). Der Arbeitskreis Politische Psychologie hat in den 90er Jahren bereits das Thema „Generation, Unbewußtes und politische Kultur“ behandelt. Und 2007 fragten wir danach, ob man von einem „Ende der Generativität“ sprechen könne. Auch unsere letztjährige Tagung „Biographie und Politik“ bezog sich mindestens implizit auf das Verhältnis verschiedener Generationen zueinander: Vertreter der 68er Generation, die ihre politische Geschichte reflektierten, trafen in der Diskussion auf Angehörige der Nachfolgegeneration, wobei sich die Generationenbeziehungen verwirrend gestalteten. Selbstkritik und Züge von Resignation der Älteren stießen nicht nur auf Zustimmung, sondern lösten bei den Jüngeren auch Widerspruch und Protest aus. Es schien, als hätten sich Züge von Engagement und politischem Veränderungswillen fortgepflanzt. Hier zeigte sich, so dachten wir, eine eigene, noch wenig bearbeitete Fragestellung: Wie wird geschichtlich-politisch Erlebtes zwischen den Generationen behandelt, weitergegeben und übernommen? Was verändert sich dabei, und wie gestaltet sich das Verhältnis von Generationen zueinander neu? Bekannt ist diese Reflexion durchaus schon im Zusammenhang der sozialpsychologischen Erforschung von jüdischen Opfern des NS der ersten und zweiten Generation. Aber lassen sich die dort gewonnenen Einsichten generalisieren und übertragen auf zwar problematische, aber nicht einseitig dunkle (traumatische) Geschichtsabschnitte wie die Jahre 1960ff.? Zu diesen und ähnlichen Fragen wünschen wir uns theoretische, vor allem aber auch erfahrungsbezogene Beiträge.
Unsere Tagung hätte eines ihrer Ziele auch erreicht, wenn ein Dialog zustande käme zwischen den Sozialwissenschaftlern der älteren und der jüngeren Generation, wie er in einigen Passagen unseres diesjährigen Treffens aufschien.

Angelika Ebrecht-Laermann, Hans-Joachim Busch
 

Programm

Das Programm der Tagung finden Sie -> hier.