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Tagungen und Workshops


Die Zukunft der Gegenwart
Zeitdiagnostische Fragen psychoanalytischer Sozialpsychologie

Tagung vom 7. bis 9. Mai 2010

Mit einem Vorkongress
„Psychoanalyse als Methode qualitativer Sozialforschung“

Veranstalter:
Sigmund-Freud-Institut
Goethe-Universität Frankfurt

Ort:
Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Westend, Nebengebäude
Grüneburgplatz I

 

 

 

Grundlegend für die psychoanalytische Sozialpsychologie war und ist die Annahme, dass jede Gesellschaft Unbewusstheit produziert, um sich mittels kollektiver und institutioneller Abwehrmechanismen zu stabilisieren. Ein solcher als Latenzschutz zu begreifender Prozess ist unvermeidbar, weshalb es keine Gesellschaft gibt, die sich selbst völlig durchsichtig wäre. Folglich tritt die Psychoanalyse für eine Lebensführung im Bewusstsein des Unbewussten ein. Bewusst zu machen, was gesellschaftlich jeweils unbewusst gehalten wird, ist ein nicht abschließbares Projekt, dennoch notwendig. Denn der Latenzschutz, den Gesellschaften errichten, dient nicht nur der Angstabwehr, er trägt auch dazu bei, Herrschaftsverhältnisse zu verschleiern und dadurch bestehende soziale Ungleichheiten einer Legitimationsprüfung zu entziehen. Die Realitätsprüfung zu stärken, ist das Anliegen einer psychoanalytischen Sozialpsychologie, die daran festhält, Wahrhaftigkeit und Wahrheit zu befördern. Beides ist kein Besitz. Vielmehr sind es regulative Ideen einer permanenten Anstrengung. Verteidigt die psychoanalytische Sozialpsychologie ihren Anspruch, eine kritische Erfahrungswissenschaft zu sein, hat sie die theoretischen und forschungspraktischen Bedingungen auszuweisen, unter denen sie Kritik übt. Ob und wie solche Kritik heute möglich ist, darüber wird auf der Tagung zu streiten sein. Ziel ist eine Bestandsaufnahme: In den Hauptvorträgen wie in den Panels soll diskutiert werden, was brennende Fragen der Gesellschaftsentwicklung im 21. Jahrhundert sind und was eine psychoanalytische Sozialpsychologie im Dialog mit anderen Menschenwissenschaften zu deren Beantwortung beitragen kann.
 

Programm

Das Programm der Tagung finden Sie -> hier.